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Schlagwort-Archiv: Kündigungsschutzklage

Arbeitsrecht: Einschlafen während der Arbeitszeit kein Kündigungsgrund

Die Stewardess einer Bahngesellschaft schlief während ihrer Arbeitszeit mehrere Stunden in einem Zugabteil, nachdem sie bei Dienstbeginn über Unwohlsein geklagt hatte – eine förmliche Krankmeldung hatte sie aber nicht abgegeben.

Die Bahngesellschaft wertete das Verhalten der Stewardess als Arbeitsverweigerung und kündigte ihr verhaltensbedingt, da sie bereits zuvor wegen Verschlafens des Dienstbeginns abgemahnt worden ist.

Die Stewardess griff die Kündigung vor dem Arbeitsgericht Köln an und gewann: Das Gericht ließ offen, ob eine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung dadurch begangen wurde, dass die Stewardess sich nicht förmlich krank meldete. Denn selbst im Fall einer Pflichtverletzung hätte es hier einer weiteren Abmahnung bedurft. Denn die bereits erteilte Abmahnung sei nicht einschlägig.

Diese Entscheidung zeigt einmal mehr, wie wichtig vorherige Abmahnungen sind und wie genau die Gerichte prüfen, ob diese für das folgende Fehlverhalten einschlägig sind oder nicht.